Antwort auf Kommentare zum Realexperiment in Knielingen

Vielen Dank für Ihre Kommentare zu dem Realexperiment in Knielingen. Wir nehmen ihre Kritik wahr und ernst und prüfen alle eingehenden Rückmeldungen. Das Experiment steht unter ständiger Beobachtung. Gerne gehen wir mit Ihnen in die Diskussion, bitten Sie aber sachlich zu bleiben und nicht beleidigend zu werden. Im Folgendem gehen wir auf die diskutierten Themen ein.

 

WAS SOLL MIT DEM EXPERIMENT BEWIRKT WERDEN?

Ziel des Projekts Reallabor GO Karlsruhe ist es, experimentell zu erforschen, mit welchen Maßnahmen Verbesserungen für zu Fuß Gehende erreicht werden können. Die Maßnahmen sollen so gestaltet werden, dass sie ohne großen finanziellen Aufwand eingerichtet werden können, da die Experimente zeitlich begrenzt sind.
Durch die Markierungen in Knielingen sollen die Fußgänger direkt und sicherer die Straße queren können. Teilweise werden neue Querungsmöglichkeiten bereitgestellt, wo kein Gehweg vorhanden ist. Überwiegend sind die Markierungen in den Kreuzungsbereichen angebracht. In der Breite richten sich die markierten Flächen an den in der Verlängerung angrenzenden Parkplätzen aus. Damit bleibt die Durchfahrtbreite überwiegend unverändert. Im Laufe des Experiments werden drei reguläre Parkplätze beansprucht. Ansonsten wurden Flächen markiert, wo das Parken nicht gestattet ist (z. B. muss beim Parken vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen ein Abstand bis zu je fünf Metern eingehalten werden).
Für temporäre Markierungen sind nach der StVO gelbe Markierungen zulässig. Weiße Markierung dagegen sind nur für dauerhafte Maßnahmen gestattet.

 

WARUM IN KNIELINGEN?

Knielingen wurde als eines von drei Stadtteilen in das Projekt mit einbezogen, da in diesen Stadtteilen Bürgerbeteiligungen im Rahmen von Sanierungsgebieten im Gange sind. Ziel des Reallabor Forschungsprojekts ist, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Maßnahmen zu entwickeln und diese im Form von Realexperimenten zu erproben. Das aktuelle Projekt wurde gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern auf einer Veranstaltung im Juni 2017 entwickelt. Zuvor wurde zur Teilnahme an der Veranstaltung aufgerufen. Insbesondere wurde bemängelt, dass auf dem Weg von Alt-Knielingen in Richtung Egon-Eiermann-Allee an vielen Kreuzungen die Sichtverhältnisse zwischen zu Fuß Gehenden und Autoverkehr nicht gut sind. Die Idee der Gehwegverbreiterungen wurde auf der Sanierungsauftaktveranstaltung am 13. September 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt und mit den Anwesenden diskutiert.
Im Vorfeld wurden die Anwohner der betroffenen Straßen über das Vorhaben informiert, darüber hinaus war ein Artikel in der Bürgerzeitung „Der Knielinger“ erschienen. Weiter wird durch Pressemeldungen über den Zweck und die Nutzungsweise der Fußverkehrsflächen informiert.

 

WARUM KEINE ZEBRASTREIFEN?

Die Einrichtung von Zebrastreifen erfordert eine Beleuchtung des Fußgängerüberwegs und sind in ihrer Einrichtung sehr teuer. Weiter würde durch diese Maßnahme eine deutliche Vielzahl mehr an Parkplätzen wegfallen, da der Autofahrer bei einer Geschwindigkeit von 30km/h mindestens 22m vorher den Fußgänger erkennen muss, um rechtzeitig zu reagieren. Diese Sichtfelder müssen freigehalten werden. Es würden mindestens zwei Stellplätze je Zebrastreifen entfallen. Der Hauptgrund aber, warum keine Zebrastreifen eingerichtet wurden ist, dass mit dem Forschungsprojekt vor allem neue Möglichkeiten der Fußverkehrsförderung erprobt werden sollen.

Markierungsarbeiten in Knielingen begonnen

Heute haben in Knielingen die ersten Markierungsarbeiten begonnen. Im Laufe der Woche werden die Fußverkehrsflächen, die den Gehweg an Kreuzungen erweitern, fertiggestellt. Neben dem gelben Rahmen werden die Flächen mit gelben Punkten gefüllt. Diese werden ab morgen markiert.

Was halten Sie von den Flächen, die das Queren der Straße vereinfachen? – Bewerten Sie es per Knopfdruck vor Ort, an unseren interaktiven Postern oder geben Sie Ihr Kommentar hier unten auf der Seite des Realexperiments ab.

Endlich geht es los! Unser erstes Realexperiment kommt auf die Straße

In Knielingen werden ab dem 23. April zehn Kreuzungen im Gebiet zwischen Egon-Eiermann-Allee und Rheinbrückenstraße für die Dauer von einigen Wochen fußgängerfreundlich umgestaltet.

Bessere Sicht und kürzere Wege

Dabei werden die Gehwege durch farbige Markierungen (gelbe Punkte) im Kurvenbereich verbreitert.So wird der Sichtkontakt zwischen den Verkehrsteilnehmenden verbessert, da parkende Fahrzeuge und Bäume nicht länger die Sicht versperren. Zu Fuß Gehende haben also eine bessere Sicht und ihr Querungsweg ist kürzer. Die Idee dazu entstand aufgrund von Rückmeldungen aus der Bürgerschaft auf einem Workshop des Reallabors im Juni 2017.

Knotenpunkt1

Ihre Meinung ist gefragt

Mittels interaktiver Poster können Sie vor Ort per Knopfdruck Rückmeldung zum Fußverkehr geben. Zudem wird die Umgestaltung von Zählungen des Fuß- und Kfz-Verkehrs sowie durch Verkehrsbeobachtungen begleitet, um die Verhaltensänderungen der Verkehrsteilnehmenden festzustellen.

Bild interaktives Poster

Ab Ende Mai werden Änderungen an Ampeln in Knielingen vorgenommen. Ob und wie diese Änderungen aus Fußgängersicht empfunden werden, wird ebenfalls untersucht.
Das Vorhaben ist eng mit der Stadt Karlsruhe abgestimmt. Durch die Markierungen fallen mit einer Ausnahme in der Schulstraße keine regulären Parkplätze weg.

Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Schriftzug_weihnachten

 

Zum Jahresabschluss wollen wir von GO Karlsruhe auf das letzte Jahr zurückblicken und Sie mit einem Ausblick ins nächste Jahr auf den neusten Stand bringen.

In 2017 haben wir mit Ihrer Hilfe 222 Stellen gefunden, an denen es für den Fußverkehr Verbesserungspotenzial gibt. Mit unserem Gewinnspiel konnten wir im April und Mai nicht nur die Gewinner glücklich machen, sondern auch die Anzahl der Meldungen deutlich erhöhen. Ab dem Sommer haben wir angefangen Meldungen im Einzelnen nachzugehen und die Problematik zu erfassen, um Lösungen zu finden und Realexperimente zu entwickeln. Diese Realexperimente werden zurzeit in Zusammenarbeit mit der Stadt ausgearbeitet und für die Genehmigung vorbereitet.

Neben der digitalen Partizipation wurden auch große Schritte bei der Face-to-Face Partizipation in der Nordweststadt und in Knielingen gemacht. Das erste Realexperiment und die Veränderung des Straßenraums konnten wir während der europäischen Mobilitätswoche durchführen. Der weltweit verbreitete Park(ing)-Day gab uns den Anlass auf drei Parkplätze in Wohlfühl- und Erholungsflächen umzuwandeln. Dabei wurde die Auswirkung auf die Zahl der Passanten gemessen und die Besucher der Flächen mit einem Fragebogen zu ihrem Gehgewohnheiten befragt.

Die Planungen für die Realexperimente in Knielingen, im Rahmen des Sanierungsgebietes der Stadt sind am weitesten fortgeschritten. Neben der Vollendung von Entwurf und Planung wurden bereits die Genehmigungen der Ämter eingeholt. In Knielingen werden ausgewählte Kreuzungsbereiche freundlicher für zu Fuß Gehende gemacht. So werden die Gehwege erweitert, um sowohl den zu Fuß Gehenden wie auch den Kfz-Fahrenden eine bessere Sicht und Übersicht zu bieten. Der nächste Schritt ist die Anbringung und Markierung auf der Fahrbahn. Weiter kann es Wetter bedingt erst im Frühjahr gehen.

Begleitet werden die zukünftigen Realexperimente von interaktiven Postern. Auf diesen wird es allen Passanten möglich sein, mit Knopfdruck ihre Stimme abzugeben. Abgefragt werden der Ist-Zustand der Verkehrssituation für zu Fuß Gehende, die Bewertung der Änderung durch das Realexperiment und zum Teil auch die Auswahl einer baldigen Verkehrsmaßnahme. Daneben wird es auch weitere Umfragen zum Fußverkehr und Änderungen in Ihrer Umgebung geben.

Wir befinden uns in einer spannenden Phase, 2018 werden die Realexperimente endlich umgesetzt und wir können die realen Auswirkungen auf den Fußverkehr untersuchen.

Bis dahin wünschen wir schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Rückblick auf die Mobilitätwoche

Vor einer Woche vom 15. bis zum 22. September fand auch bei uns die europäische Mobilitätswoche statt. In der Nordweststadt wurden aus diesem Anlass drei Parkplätze in kleine Parks, zum spielen, lesen und verweilen umgewandelt. Mit Kunstrasen, Bänken, Palmen und jeder Menge Dekoration wurden Bereiche geschaffen, die den Straßenraum aufwerten und das zu Fuß gehen damit interessanter und angenehmer gestalten. Neben den vielen positiven Stimmen gab es auch negative Reaktionen, von Autofahrern, die sich lieber graue Parkplätze, anstatt grüner Parks wünschen. In der Summe wurden die provisorischen Parks gut angenommen und haben vor allem den Fußgängern gefallen.

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Park(ing) Day 15.09.2017

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Die Frage danach, wem der öffentliche Raum gehört, wird jedes Jahr am Park(ing) Day erneut aufgeworfen. Um Raum und damit Lebensqualität zurückzubringen, wird der Parkraum, der sonst von stehenden Autos eingenommen wird, zurückerobert.
2005 ist in San Francisco daher eine weltweite Bewegung entstanden, der Park(ing) Day. Jedem dritten Freitag im September wird sich mit der Gestaltung von öffentlichem Raum auseinandergesetzt, besonders mit der Verbreitung von Parkplätzen.

Da wir lieber zu Fuß gehen, wenn die Umgebung schön und freundlich ist, anstatt voll von Autos und Betonflächen, werden auch wir uns am Park(ing) Day 2017 beteiligen. Mit drei „Parks“ in der Nordweststadt, in der Kurt-Schuhmacher-Straße, der Landauer-Straße und der Wilhelm-Hausenstein-Allee. Die Parkplätze werden durch Rasenflächen, Palmen und Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. Zudem werden verschiedene Aktivitätsangebote wie zum Beispiel Hüpfspiele oder ein Büchertauschregal bereitgestellt.

Kommen Sie am 15.09. vorbei und überzeugen Sie sich davon, wie der Straßenraum freundlicher und lebhafter werden kann, wenn es mehr als nur Parkplätze gibt.