Endlich geht es los! Unser erstes Realexperiment kommt auf die Straße

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In Knielingen werden ab dem 23. April zehn Kreuzungen im Gebiet zwischen Egon-Eiermann-Allee und Rheinbrückenstraße für die Dauer von einigen Wochen fußgängerfreundlich umgestaltet.

Bessere Sicht und kürzere Wege

Dabei werden die Gehwege durch farbige Markierungen (gelbe Punkte) im Kurvenbereich verbreitert.So wird der Sichtkontakt zwischen den Verkehrsteilnehmenden verbessert, da parkende Fahrzeuge und Bäume nicht länger die Sicht versperren. Zu Fuß Gehende haben also eine bessere Sicht und ihr Querungsweg ist kürzer. Die Idee dazu entstand aufgrund von Rückmeldungen aus der Bürgerschaft auf einem Workshop des Reallabors im Juni 2017.

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Ihre Meinung ist gefragt

Mittels interaktiver Poster können Sie vor Ort per Knopfdruck Rückmeldung zum Fußverkehr geben. Zudem wird die Umgestaltung von Zählungen des Fuß- und Kfz-Verkehrs sowie durch Verkehrsbeobachtungen begleitet, um die Verhaltensänderungen der Verkehrsteilnehmenden festzustellen.

Bild interaktives Poster

Ab Ende Mai werden Änderungen an Ampeln in Knielingen vorgenommen. Ob und wie diese Änderungen aus Fußgängersicht empfunden werden, wird ebenfalls untersucht.
Das Vorhaben ist eng mit der Stadt Karlsruhe abgestimmt. Durch die Markierungen fallen mit einer Ausnahme in der Schulstraße keine regulären Parkplätze weg.

Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

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Zum Jahresabschluss wollen wir von GO Karlsruhe auf das letzte Jahr zurückblicken und Sie mit einem Ausblick ins nächste Jahr auf den neusten Stand bringen.

In 2017 haben wir mit Ihrer Hilfe 222 Stellen gefunden, an denen es für den Fußverkehr Verbesserungspotenzial gibt. Mit unserem Gewinnspiel konnten wir im April und Mai nicht nur die Gewinner glücklich machen, sondern auch die Anzahl der Meldungen deutlich erhöhen. Ab dem Sommer haben wir angefangen Meldungen im Einzelnen nachzugehen und die Problematik zu erfassen, um Lösungen zu finden und Realexperimente zu entwickeln. Diese Realexperimente werden zurzeit in Zusammenarbeit mit der Stadt ausgearbeitet und für die Genehmigung vorbereitet.

Neben der digitalen Partizipation wurden auch große Schritte bei der Face-to-Face Partizipation in der Nordweststadt und in Knielingen gemacht. Das erste Realexperiment und die Veränderung des Straßenraums konnten wir während der europäischen Mobilitätswoche durchführen. Der weltweit verbreitete Park(ing)-Day gab uns den Anlass auf drei Parkplätze in Wohlfühl- und Erholungsflächen umzuwandeln. Dabei wurde die Auswirkung auf die Zahl der Passanten gemessen und die Besucher der Flächen mit einem Fragebogen zu ihrem Gehgewohnheiten befragt.

Die Planungen für die Realexperimente in Knielingen, im Rahmen des Sanierungsgebietes der Stadt sind am weitesten fortgeschritten. Neben der Vollendung von Entwurf und Planung wurden bereits die Genehmigungen der Ämter eingeholt. In Knielingen werden ausgewählte Kreuzungsbereiche freundlicher für zu Fuß Gehende gemacht. So werden die Gehwege erweitert, um sowohl den zu Fuß Gehenden wie auch den Kfz-Fahrenden eine bessere Sicht und Übersicht zu bieten. Der nächste Schritt ist die Anbringung und Markierung auf der Fahrbahn. Weiter kann es Wetter bedingt erst im Frühjahr gehen.

Begleitet werden die zukünftigen Realexperimente von interaktiven Postern. Auf diesen wird es allen Passanten möglich sein, mit Knopfdruck ihre Stimme abzugeben. Abgefragt werden der Ist-Zustand der Verkehrssituation für zu Fuß Gehende, die Bewertung der Änderung durch das Realexperiment und zum Teil auch die Auswahl einer baldigen Verkehrsmaßnahme. Daneben wird es auch weitere Umfragen zum Fußverkehr und Änderungen in Ihrer Umgebung geben.

Wir befinden uns in einer spannenden Phase, 2018 werden die Realexperimente endlich umgesetzt und wir können die realen Auswirkungen auf den Fußverkehr untersuchen.

Bis dahin wünschen wir schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Rückblick auf die Mobilitätwoche

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Vor einer Woche vom 15. bis zum 22. September fand auch bei uns die europäische Mobilitätswoche statt. In der Nordweststadt wurden aus diesem Anlass drei Parkplätze in kleine Parks, zum spielen, lesen und verweilen umgewandelt. Mit Kunstrasen, Bänken, Palmen und jeder Menge Dekoration wurden Bereiche geschaffen, die den Straßenraum aufwerten und das zu Fuß gehen damit interessanter und angenehmer gestalten. Neben den vielen positiven Stimmen gab es auch negative Reaktionen, von Autofahrern, die sich lieber graue Parkplätze, anstatt grüner Parks wünschen. In der Summe wurden die provisorischen Parks gut angenommen und haben vor allem den Fußgängern gefallen.

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Park(ing) Day 15.09.2017

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Die Frage danach, wem der öffentliche Raum gehört, wird jedes Jahr am Park(ing) Day erneut aufgeworfen. Um Raum und damit Lebensqualität zurückzubringen, wird der Parkraum, der sonst von stehenden Autos eingenommen wird, zurückerobert.
2005 ist in San Francisco daher eine weltweite Bewegung entstanden, der Park(ing) Day. Jedem dritten Freitag im September wird sich mit der Gestaltung von öffentlichem Raum auseinandergesetzt, besonders mit der Verbreitung von Parkplätzen.

Da wir lieber zu Fuß gehen, wenn die Umgebung schön und freundlich ist, anstatt voll von Autos und Betonflächen, werden auch wir uns am Park(ing) Day 2017 beteiligen. Mit drei “Parks” in der Nordweststadt, in der Kurt-Schuhmacher-Straße, der Landauer-Straße und der Wilhelm-Hausenstein-Allee. Die Parkplätze werden durch Rasenflächen, Palmen und Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. Zudem werden verschiedene Aktivitätsangebote wie zum Beispiel Hüpfspiele oder ein Büchertauschregal bereitgestellt.

Kommen Sie am 15.09. vorbei und überzeugen Sie sich davon, wie der Straßenraum freundlicher und lebhafter werden kann, wenn es mehr als nur Parkplätze gibt.

Beiträge aus der Herzstraße

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Oft erreichen uns Meldungen über Gehwege, die durch parkende Autos zu Engstellen werden. An engen Straßen bleibt keine andere Möglichkeit, um Rettungsfahrzeugen ausreichend Platz auf der Straße zu lassen, dort wäre eine geeignete Lösung das einseitiges Parkverbot. Anders in der Herzstraße. Die Herzstraße ist breit und auf beiden Straßenspuren ist genug Raum zum Parken vorhanden, dennoch wird der Gehweg zugeparkt.

“Ziemlich eng kann es für Fußgänger werden, die von der S-Bahn-Haltestelle​ Hertzstraße entlang der Hertzstraße Richtung Mühlburg gehen […] Manche Pkw (auch Lkw) parken den nicht sehr großzügigen Bürgersteig zu einem Drittel, manche zur Hälfte und manche fast vollständig zu […]”

“[…] Durch auf dem Gehweg parkende Autos ist manchmal kein Platz, um als eine Person auf dem Gehweg in normaler Körperhaltung zu laufen […] Personen können nur nacheinander passieren und müssen warten, bis die Engstellen frei sind…”

Leider parken nur wenige Autofahrer ihre Fahrzeuge ordnungsgemäß auf der Straße und lassen den Gehweg für Fußgänger frei.

“[…] Einige Autos trauen sich jedoch neben dem Bürgersteig auf der Fahrbahn zu parken, was für Fußgänger sehr angenehm ist.”

Das Reallabor geht in die nächste Runde

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Vielen Dank an alle Mitforscher für die eingegangenen Beiträge zum Fußverkehr in Karlsruhe! Wir haben über die App und die WebApp insgesamt weit über 400 Beiträge erhalten, davon doppelt so viele negative wie positive. Diese helfen uns dabei den Fußverkehr in Karlsruhe besser zu verstehen, um ihn letztendlich zu verbessern.

Es geht nun fließend über in den nächsten Abschnitt des Reallabors. Die Beiträge werden analysiert und aufbereitet um häufig auftretende Probleme für zu Fuß gehende zu erkennen, Stellen für Realexperimente zu finden, und um die Beiträge weiterzuleiten. Zudem werden in den nächsten Monaten die Realexperimente entwickelt und vorbereitet. Durch die Experimente werden auf den Straßen und vor Ort die Situationen durch vorerst temporäre Eingriffe verändert und die Auswirkungen für Fußgänger untersucht.

Neue Beiträge können natürlich jederzeit weiter eingesendet werden und werden auch beim weiteren Vorgehen berücksichtigt.